Die Kraft von Zielen

Juliane Müller, Trainings und Coachings, 04|2016

Bin ich für die Selbstständigkeit geeignet? Bringe ich das notwendige Handwerkzeug mit? Verfüge ich über genügend Branchenerfahrung, Ausdauer und Ressourcen? Sind meine Produkte und Dienstleistungen wettbewerbsfähig und bin ich in der Lage, sie tatsächlich an den Mann/die Frau zu bringen?

Die Fülle der Fragen ist womöglich verwirrend und entmutigend, doch auch hier kann die Strategie entscheidend sein. Wer bewusst mit seinen Visionen und Zielen arbeitet, kann einen Leitfaden in seine Entscheidungsfindung bringen. Entspannt lassen Sie sich „ziehen“, anstatt mühevoll „geschoben“ zu werden. Anhand von drei Märchenfiguren möchte ich konträre Erfolgstypen veranschaulichen:

Strahlendes Vorbild: das Glückskind

Eine Person, der fast alles gelingtt. Geführt von ihrer Vision folgt sie freudig selbst gesteckten Zielen, glaubt an sich selbst und den Erfolg ihres Tuns. Sie kann begeistern und sich selbst wie andere zum Handeln bewegen. Sie wirkt motiviert, aber nicht künstlich aufgepeitscht. Ihr Handeln folgt einem roten Faden und führt sie Schritt für Schritt zum gewünschten Ergebnis. Rückschläge verarbeitet sie als Lernerfahrung und Verbesserungsvorschlag; oder als Ansporn, den Mut nicht zu verlieren. Obwohl wagemutig und entscheidungsfreudig, helfen ihr Besonnenheit und Intuition, zu große Risiken zu vermeiden. Solche Glückskinder zeichnen sich oft durch Konsequenz und Beharrlichkeit aus und verwirklichen mit scheinbarer Leichtigkeit ihre Träume.

Realitätsfremde Träumerin: die Prinzessin

Emotional und impulsiv in ihren Handlungen, zur Selbstüberschätzung neigend, kann auch sie begeistern und mitreißen. Doch sprunghaft und launisch, wie sie ist, wechselt sie zwischen Euphorie und Resignation, hüpft von Projekt zu Projekt. Sie macht oft die Träume anderer zu ihren eigenen, ist stark fremdmotiviert. Sie geht unüberlegt und naiv Risiken ein; wie eine Spielerin kann sie als strahlende Siegerin dastehen oder alles verlieren. Strategie, Planung, Kontrolle? Zeitverschwendung! Sie ist kreativ und wird das schon schaffen, handelt stets nach „Gefühl“, ignoriert Kritik und lebt gern in Illusionen. Solche Prinzessinnen können zwar große Sprünge nach vorne machen, aber auch tief fallen.

Weit verbreitet: das unerkannte Aschenputtel

Obwohl sie richtig zupacken kann und schon viel geleistet hat, ist sie unsicher und verkauft sich unter Wert. Ergattert sie einen Auftrag, ernten oft andere die Lorbeeren, und Aschenputtel gibt sich demütig – der gute Zweck soll Lohn allein sein. Entscheidungen fallen ihr schwer, Risiken scheinen unrealistisch bedrohlich. Damit begibt sie sich in Gefahr, andere für sich entscheiden zu lassen und so „geschoben“ zu werden. Es fällt ihr schwer, auf andere zuzugehen, sich zu verkaufen, denn sie gibt sich ihren negativen Gedankenspiralen und eingefahrenen Verhaltensmustern hin. Dabei hat sie viel zu geben! Nach geglückter Durchbrechung ihres Musters brilliert sie durch anwendbare Kreativität, Bodenständigkeit, Konstanz und die Bereitschaft zum echten Dienst am Menschen: die geborene Dienstleisterin.

Sehen Sie den Unterschied? Natürlich sind Menschen im wahren Leben selten so einseitig. Wie so oft gibt es auch hier nicht nur entweder-oder, sondern sowohl-als-auch. Wenn Sie sich selbst – in der Prinzessin oder im Aschenputtel erkannt haben und mehr vom Glückskind haben wollen, dann bringt sie das Strategie-Duo „Visionen und Ziele“ entscheidend weiter! Denn es ist der effizienteste Ansatz, der springende Punkt, der Hebel schlechthin. Es hilft Ihnen, unabhängig etwas zu erschaffen, an sich selbst und ihren Leistungen zu arbeiten und somit „zu ziehen“, anstatt außenorientiert zu handeln, sich abhängig zu machen und somit „geschoben“ zu werden. Hier nun das „Wie“:

Am Anfang steht der Gedanke

„Ich mache mich selbstständig“. Um den Schritt erfolgreich zu meistern, benötigen Sie Klarheit und einen roten Faden. An erster Stelle steht dabei Ihre Vision: Der Film von Ihren Leistungen und Ergebnissen, der vor Ihrem geistigen Auge abläuft; von dem Ort, an dem Sie arbeiten, den Menschen, die Ihnen helfen. Das Gefühl, wenn in Gedanken Ihre Rechnungen von zufriedenen Kunden bezahlt werden, Ihr Produkt begeistert weiterempfohlen wird, Ihre Dienstleistung in Ihrer Zielgruppe und in den Medien respektvoll gewürdigt wird. Ihre Vision beschäftigt sich dabei kraftvoll und  im Einklang mit Ihren Werten mit dem, was Sie erschaffen und erreichen wollen: dem Endergebnis. Die Vision zeichnet das Bild von der Zeit, in der Sie es „geschafft“ haben.

Ein menschliches Phänomen ist, dass wir uns von zu großen Plänen entmutigen lassen; eine kraftvolle Vision kann das durchaus bewirken. Wir können uns ganz einfach helfen: wir brechen die überfordernde Vision auf Ziele herunter, die wir als „Babyschritte“ bewältigen können. Gängiges Instrument dafür ist ein Businessplan, der auf ca. fünf Jahre abzielt. Daraus können Sie Jahres-, Monats-, Wochen- und Tagesziele ableiten und konkrete Aufgabenstellungen definieren, z. B. Kundenakquise, Marketingstrategie, Knüpfen von Kontakten und Netzwerken, Schulungsmaßnahmen.

Die SMART Methode

Ein bewährtes Hilfsmittel für die Gestaltung von Zielen ist die „SMART-Methode“. Formulieren Sie schriftlich Ihre Ziele:
S = spezifisch möglichst konkret, präzise, unmissverständlich.
M = messbar Die Erreichung eines Ziels muss überprüfbar sein. Legen Sie für jedes Ziel Messgrößen fest, an denen sich der Erfolg ablesen lässt.
A = akzeptiert Darf Ihre Wertvorstellungen nicht verletzen. Binden Sie auch Mitarbeiter/innen aktiv ein, damit alle an einem Strang ziehen.
R = realistisch Setzen Sie hohe Ziele, aber erreichbare.
T = terminlich Am Besten ist die Unterteilung in Zwischenziele, für die jeweils ein Termin festgesetzt wird.

Juliane Müller
Trainings und Coachings
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.julianemueller.at

Tags: Wordpress, Joomla

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren